- ein Leben für die Politik - 

Fischessen im Zottbachhaus: Gustl Lang im Gespräch mit Politikern und Unternehmern aus der Region. Foto: Eichl

 

Ein Name ist untrennbar mit dem Gustl Langs verbunden: der des Zottbachhauses. Das Gut Peugenhammer, heute von Langs Sohn Hans-Peter bewirtschaftet, zu dem die Gastwirtschaft „Zottbachhaus“ gehört, hatte eine vielfältige Bedeutung in Langs politischem Leben. Es war am Wochenende Ministerbüro, Geheimtreff und Refugium, je nachdem, was gerade notwendig war, oft alles zusammen - und noch viel mehr. 

 

Im Zottbachhaus empfing Lang am Wochenende den Pleysteiner Bürgermeister ebenso wie den Firmenchef aus Mantel oder die Mutter aus Eslarn, deren Jüngster gerade eben wieder seine Arbeitsstelle verloren hatte. Und er hielt nicht etwa hof - er war zwar der „Herr Minister“, aber doch immer auch der „Gustl Lang“, den man seit jeher kannte, zu dem man sich ohne große Berührungsängste traute. 

 

Im Zottbachhaus empfing Lang aber auch den Betriebsrat der Maxhütte, was zur damaligen Zeit keinesfalls hätte ruchbar werden dürfen. Die Treffen fanden später sogar regelmäßig statt. Lang bestellte sich bei diesen Treffen die „Schläge“, die er in der darauffolgenden Woche als Druckmittel in München einsetzte. Da verwies er dann auf die Schelte der „Maxhütterer“ in den Heimatzeitungen, die er genau so lanciert hatte, wie er sie just in dem Moment brauchte, um Regierung und Kabinett zu beeindrucken. Sie zu überzeugen, sich zusammen mit ihm für die Maxhütte ins Zeug zu legen. 

 

Ins Zottbachhaus zitierte Lang am Wochenende auch die CSU-Köpfe der Stadt Weiden und des Landkreises Neustadt/WN. Nicht immer zu deren Freude. Denn gerade die Jüngeren unter diesen hatten wenig Lust, sich die Sonntagnachmittage im Zottbachhaus um die Ohren zu schlagen, erinnert sich Neustadts früherer Landrat Simon Wittmann. Der einstige Weidener Oberbürgermeister Hans Schröpf hat eigenen Worten zufolge ebenfalls viele, viele Samstage und Sonntage im Zottbachhaus verbracht. In „hunderten von Stunden“ seien dort Visionen gesponnen, aktuelle Probleme gewälzt und immer wieder auch Lösungen gefunden worden.

 

Das Zottbachhaus war dann auch einmal im Jahr Treffpunkt für die Spitzen des öffentlichen Lebens aus der Stadt Weiden und dem Landkreis Neustadt/WN. Beim „Fischessen“ am Aschermittwoch scharte Lang um sich, was Rang und Namen hatte in der Region und bot damit dem Bürgermeister wie dem Unternehmer ein Forum, Gelegenheit zum Kontakt. Meist nahm an diesen „Fischessen“ auch ein prominenter Gast aus München teil, ein Ministerkollege, wenigstens ein Staatssekretär.

 

Das Zottbachhaus war schließlich auch Langs Rückzugsort, als ihn Edmund Stoiber im Sommer 1993 nicht mehr ins Kabinett berief. Lang war damals beleidigt und machte eine Zeitlang auch kein Hehl daraus. Er verbrachte damals jeden Tag in seinem Büro im Zottbachhaus, schmollend, aber dennoch nicht untätig. Und wenige Monate später hatte er sich wieder soweit im Griff, daß er seine alte Anwaltskanzlei in Weiden wiederbelebte und einen neuen, den letzten Lebensabschnitt begann - als Minister a. D.