- ein Leben für die Politik - 

„Man muß d´Leut mögen.“ Ein Satz, so nebenbei gesagt. Und trotzdem einer, der sich durch ein ganzes Leben zieht. Der Urgund einer Leidenschaft ist. Ein Satz, der erklärt, warum da einer beinahe sein gesamtes Leben in den Dienst einer Gegend stellt, in der er geboren wurde und in der er aufgewachsen ist. In der er sein politisches Leben begonnen und beendet hat. 

 

Gustl Lang hat „die Leut´ mögen“. Und es war wohl nicht so sehr die Gegend, nicht so sehr diese Oberpfalz, für die er mit aller Leidenschaft gearbeitet hat, es waren die Menschen hier, die ungeniert am Wochenende beim „Herrn Minister“ im Zottbachhaus vorsprechen durften. Und nie ungehört wieder gegangen sind. Ob es nun darum ging, daß der Sohn zum dritten Mal die Lehrstelle verloren hatte, daß der Bauernhof auf dem Spiel stand, weil sich Alt und Jung nicht einigen konnten, daß der Betrieb trotz voller Auftragsbücher den notwendigen Kredit nicht bekam, Gustl Lang nahm sich der Sache an. Was nicht heißt, daß er immer helfen konnte. Aber doch oft. Und zwischen all diesen Sorgen der Familien, Handwerker und Mittelständler aus Eslarn, aus Parkstein, aus Mantel wurde im Zottbachhaus regelmäßig auch über die Zukunft der Stadt Weiden und des Landkreises Neustadt/WN diskutiert. Wurden hier entscheidende Weichen gestellt, von denen Stadt und Landkreis heute noch profitieren.

 

Gustl Lang oder August R. Lang, wie es auf der Visitenkarte und auf jedem amtlichen Schreiben stand, war von 1974 bis 1993 Fraktionsvorsitzender der CSU im Landtag, Justizminister, Innen- und Wirtschaftsminister. Und er war natürlich auch ein Politiker, der es verstand, seine Pfründe zu sichern, Ämter und Macht zu halten. Er liebte sein „Fach“, die Politik, und er beherrschte die Spielregeln perfekt. Trotzdem blieb er zu Hause der „Gustl“, der „Gustl Lang“, hie und da der „Herr Minister“, Letzteres aber ausgesprochen wie das „Du, Herr Lehrer“ des Erstkläßlers. Ein Politiker, dem zum letzten Geleit ein Taferl gebastelt worden ist, auf dem zu lesen war: „Gustl, vergelt´s Gott! Deine dankbaren Oberpfälzer!“

 

Gabi Eichl